»Klassik im Krafft-Areal«


Samstag, den 21. August 2021, 19.00 Uhr

Andrea Kauten Andrea Kauten (Photo: Manfred Esser)


Andrea Kauten, Klavier


Andrea Kauten begann ihr Klavierspiel beim Basler Pianisten Albert Engel. Als 13-Jährige stand sie im Finale des Jecklin-Wettbewerbs in Zürich und schon ein Jahr später gewann sie den 1. Preis des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs.

Ausgebildet an der Musikakademie Basel und an der Franz Liszt-Akademie in Budapest, verfügt Andrea Kauten über ein breitgefächertes Repertoire.

Seit 2006 veröffentlicht die Pianistin beim Label »Sony Classical«. Sie spielte mehrere Solo-CDs mit Kompositionen von Schumann, Liszt, Beethoven, Chopin und Rachmaninow ein. 2018 veröffentlichte sie ein Album mit Klavierkonzerten von Johannes Brahms und Hermann Goetz, jeweils begleitet vom ungarischen Savaria Symphony Orchestra unter der Leitung von Ádám Medveczky. Die Produktion wurde von der Fachzeitschrift »Pizzicato« mit dem »Supersonic«-Award ausgezeichnet. Im November 2019 präsentierte Andrea Kauten zusammen mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim die CD »Clara Schumann & Zeitgenossen«. Ihre neuste Veröffentlichung »Promende« mit den Préludes op. 28 von Frédéric Chopin und »Bilder einer Ausstellung« von Modest Mussorgski ist zwar bereits seit einigen Wochen im Handel erhältlich, erstmals vorgestellt wird die CD jedoch in unserem Konzert in Fahrnau und ganz offiziell in wenigen Tagen anlässlich eines Recitals in Berlin.

Seit 2006 ist Andrea Kauten künstlerische Leiterin der Kammermusikreihe »Klassik im Krafft-Areal«.



Programm

Robert Schumann Aus »Album für die Jugend« op. 68
1810 – 1856 1. Kleine Romanze
2. Ländliches Lied
3. Ohne Titel %ndash; Langsam und mit Ausdruck zu spielen
4. Rundgesang
5. Reiterstück
 
Frédéric Chopin 24 Préludes op. 28
1810 – 1849 1.   C-Dur: Agitato
2.   a-Moll: Lento
3.   G-Dur: Vivace
4.   e-Moll: Largo
5.   D-Dur: Allegro molto
6.   h-Moll: Lento assai
7.   A-Dur: Andantino
8.   fis-Moll: Molto agitato
9.   E-Dur: Largo
10. cis-Moll: Allegro Molto
11. H-Dur: Vivace
12. gis-Moll: Presto
13. Fis-Dur: Lento
14. es-Moll: Allegro
15. Des-Dur: Sostenuto
16. b-Moll: Presto con fuoco
17. As-Dur: Allegretto
18. f-Moll: Allegro Molto
19. Es-Dur: Vivace
20. c-Moll: Largo
21. B-Dur: Cantabile
22. g-Moll: Molto agitato
23. F-Dur: Moderato
24. d-Moll: Allegro appassionato
 
Modest Mussorgski Bilder einer Ausstellung
1839 -1881 1.   Promenade
2.   Gnomus (Der Gnom)
3.   Promenade
4.   Das alte Schloss
5.   Promenade
6.   Die Tuilerien (Spielende Kinder im Streit)
7.   Bydlo (Der Ochsenkarren)
8.   Promenade
9.   Ballet der unausgeschlüpften Küken
10. »Samuel« Goldenberg und »Schmuyle«
11. Limoges, der Marktplatz (Die große Neuigkeit)
12. Die Katakomben (Eine römische Totengruft)
13. Mit den Toten in einer toten Sprache
14. Die Hütte auf Hühnerfüßen (Die Hütte von Baba-Jaga)
15. Das Bogatyr-Tor (Das große Tor von Kiew)
 


Über das 1848 entstandene »Album für die Jugend« lesen wir im Internet auf dem stets aktuellen Schumann-Portal: »Ursprünglich schrieb der Komponist nur einige Klavierstückchen, die er seiner ältesten Tochter Marie zum Geburtstag schenken wollte. Aber noch bevor Marie ihr Geschenk erhielt, entwickelte Schumann eine Idee, die seine Frau Clara erläutert: ›Die Stücke, die die Kinder gewöhnlich in den Klavierstunden lernen, sind so schlecht, daß Robert auf den Gedanken kam, ein Heft (eine Art Album) lauter Kinderstückchen zu komponieren und herauszugeben.‹«

Mit seinen 24 Préludes op. 28, einem Zyklus durch die zwölf Dur- und Molltonarten nach dem Vorbild der Präludien von Bach, verblüffte Frédéric Chopin selbst seinen großen Bewunderer Robert Schumann: »Von neuen Kompositionen Chopin's haben wir eine merkwürdige Sammlung von Präludien zu erwähnen. Gesteh' ich, daß ich sie mir anders dachte und wie seine Etüden im großen Stil geführt. Beinahe das Gegenteil; es sind Skizzen, Etüdenanfänge, oder wie will man, Ruinen, einzelne Adlerfittiche, alles bunt und wild durcheinander. Auch Krankes, Fieberhaftes, Abstoßendes enthält das Heft; so suche jeder was ihm frommt, und bleibe nur der Philister weg.« Was selbst einem Robert Schumann zunächst als skizzenhaft und fragmentarisch erschien, gilt heute als eines der Meisterwerke der Klavierliteratur. In seinem Opus 28 zeigt Chopin seine »avantgardistische« Seite. Er ignoriert die Bedeutung des Begriffs Präludium als Vorspiel zu einem folgenden »großen« Werk, z. B. einer Fuge, und macht jedes auch noch so kurze Prélude zu einem selbständigen, fein geschliffenen Charakterstück. Die Qualität einer Komposition ist keine Frage ihrer Dauer.

Als Jugendlicher erhielt er Klavier- und auch bereits Theorieunterricht, besuchte eine Gardeschule, wurde Mitglied in einem Garderegiment – und hatte die Offizierslaufbahn vor Augen. Er quittierte den Militärdienst wurde erst Beamter, dann Bohemien – und endete alkoholkrank im Militärhospital. Also »gemäßigt« war der Komponist Modest Mussorgski nicht. Wohl genau deshalb gelang ihm mit seinen Bildern einer Ausstellung ein Klavierwerk von »geradezu existenzialistischer Aussagegewalt«, dessen Beliebtheit – seit seiner Wiederentdeckung in den 1920er Jahren – ungebrochen ist. Die Klaviersuite entstand anlässlich einer Gedenkausstellung für den Buchillustrator und Architekten Viktor Hartmann. Der Hörer begleitet den Komponisten bei seinem Gang durch die Ausstellung. Ein Teil der dem Klavierwerk zugrundeliegenden Arbeiten ist verschollen. Es ist jedoch nicht nötig die Bilder zu kennen, man kann sie hören.



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